Klein aber fein – Baden-Württembergs größtes Fotomuseum in Uhingen

Der Start ins Jahr hätte für die 10 teilnehmenden Senioren des GSV nicht besser sein können, denn mit dem Besuch des Fotomuseum wurde auf äußerst informative und spannende Weise in die Kunst des Fotografierens eingeführt. Geschichte und Entwicklung des Fotografierens, und des Museums, wurden in verständlicher Weise von Hr. Nicksch vorgetragen, und um technische Details von Hr. Kuhn ergänzt.

Ehemals im Rathaus untergebracht, beherbergt seit 2023 das älteste Gebäude in Uhingen, der Berchtoldshof, das Museum, in welchem von ca. 5.000 Exponaten 750 ausgestellt sind.
Grundlage der großen Anzahl war eine ursprüngliche private Sammlung von 500 Kameras, welche der Stadt Uhingen in 2003 vom Gründerehepaar Pabst gespendet wurde.

Spannend allein schon die Geschichte des Fotografierens, welche auf analoge Fotografie aus dem Jahr 1839 datiert, gemacht mit der weltweit ersten Kamera mit Verschiebeeinheit. Erste Aufnahmen entstanden bereits schon in 1826 mit der Kamera obscura.

Ein nächster Schritt der Weiterentwicklung war die aufwendige Filmentwicklung nach dem Nassverfahren mit dem Ziel die Belichtungszeit zu reduzieren. Ein aufwendiges vor Ort Verfahren, welches unter Zuhilfenahme von Zelten verwirklicht werden konnte. Weitere Schritte wie Plattenverfahren, die Entwicklung des Rollfilms im Format 24×36 folgten, ehe in Verbindung mit Olympia 1936 die ersten Farbbilder entstanden.

Die Geräte wurden kleiner bis hin zum Taschenformat, die mechanische Ausstattung feiner, die Technik ausgereifter. Die Teilautomatik hielt Einzug, die Blütezeit in den 60-ern bis hin zu den 70-ern schloss sich an, die Mikroelektronik aus Fernost hielt Einzug, und revolutionierte das Fotografieren hin zur heutigen Digitaltechnik.

Nicht weniger als 15 ehrenamtlich Tätige versorgen die damit verbundenen Aufgaben, wie Erfassung, Pflege, Reparatur der Gerätschaften, und wie eingangs erwähnt, interessante, kurzweilige Führungen. Anders lässt sich das inzwischen deutlich gesteigerte Interesse von ehemals 50 Besuchern im Jahr auf inzwischen ca. 1.000 nicht erklären.

Beigetragen haben dazu die in 2016 erstellte ansprechende Homepage, und schließ endlich auch Kameras, mit welchen erste Bilder vom blauen Planeten Erde von der Apollo 8, vom Mond, von der Erstbesteigung des Mt. Everest durch Edmont Hillary, bei der Watergate Affäre oder bei der Affäre Guillaume verwendet wurden.

Begünstigt derartiger Ereignisse war der Bedarf an Kameras zu Beginn der 50-er Jahre enorm.

Besondere Exponate, die einer Erwähnung bedürfen sind:
die Kamera Butter & Speck, mit welcher ein klammer Unternehmer die Verpflegung seiner Belegschaft in den Nachkriegsjahren ab 1947 sicherte, oder ein Exemplar, eingesetzt zu Spionagezwecken, welche als Leihgabe zu internationalen Ausstellungen angefordert wird.

Den Abschluss einer ungewohnt interessanten Führung wurde mit einem Essen begangen.
Unser Danke gilt Helmut Winkelbauer, der in gewohnter Weise eine interessante Führung für die Senioren organisiert hat.

Dr Protokoller